Ariane Brück in Hebron, North Dakota |
| Thursday, 03 January 2008 10:02 |
| There are no translations available. Bilder von links: - Warren (hostdad), me, Pauline (French exchange student) and Ella (hostsister) - baking Christmas cookies with hostfamily - in Indianapolis at FFA National Convention Lunch break Hebron / North Dakota, 16.12.2007 Four months in the “Wild Midwest” – an interesting experience … kribbeln im Bauch vor Aufregung, feuchte Wangen von den eben noch geweinten Abschiedstraenen und tausend Fragen schwirren in meinem Kopf herum: Wie wird das Leben in meiner Gastfamilie sein? Werde ich gute Freunde in der High School finden? Kann ich gut genug Englisch sprechen um mich auszudruecken? Wie reagiere ich auf Probleme, die auftreten koennen? Kann ich es schaffen ein Schuljahr ohne meine Familie in Deutschland zu sein? Wird mein Flugzeug mich ueberhaupt erstmal heile in meine „Neue Welt“ fliegen? Hebron, North Dakota Mittlerweile bin ich vier Monate im kleinen (ca. 800 Einwohner) Dorf Hebron in North Dakota auf einer Cattle Ranch mit ueber 1000 cattle und vielen Pferden, Katzen und Hunden. Ich lebe in einer netten Gastfamilie und habe fuenf Gastgeschwister: Jordan (18) – er geht zum College, so dass ich ihn nur selten antreffe –‚ Adam (15), Ella (13), Carson (10) und Ryan (8) und meine Gasteltern heissen Jodie (41) und Warren (42). Wir kennen uns mittlerweile schon richtig gut und haben uns gern. In den letzten vier Monaten haben wir uns aneinander gewoehnt, was nicht ohne Konflikte und Traenen ablief. Doch zusammen als Familie und mit Hilfe meiner oertlichen Betreuerin (Area Representative) arbeiteten wir uns durch unsere Unstimmigkeiten hindurch und wir lernten uns zu verstehen und zu vergeben. I will never forget that! Ich habe in diesen paar Monaten einiges ueber die amerikanische Kultur und ihre Menschen gelernt und durfte viele schoene und unvergessliche Momente erleben. Die unvergesslichen Momente begonnen im Flugzeug, wo ich ueber den Wolken durchs Blaue geflogen bin und mit meiner ersten Woche in Amerika: Mit 34 anderen Austauschschuelern aus groesstenteils Deutschland, aber auch Frankreich und Daenemark, reiste ich mit dem Bus von New York, ueber Philadelphia und Baltimore, nach Washington D.C. Unsere Reisebegleiter zeigten uns Sehenswuerdigkeiten wie beispielsweise Empire State Building, Ellis Island, Stature of Liberty, Independence Bell Museum, Baltimore Harbor, White House, Capitol, Supreme Court und vieles mehr. Ich habe Gebaeude bestaunt, die ich frueher nur in Filmen gesehen hatte! Ranch life Meine ersten Tage in meiner Gastfamilie und an der High School waren sehr ueberwaeltigend, denn alles war so neu und anders fuer mich. Von meiner 25,000 Einwohner Stadt in Deutschland zur kleinen Ranch, um die herum meilenweit nichts als Wiesen und Huegel ist, im ca. 600,000 Einwohner North Dakota – eine total neue Welt oeffnete sich fuer mich... Inzwischen liebe ich das „Open land“, mit nichts als Natur um mich herum und der Sonne, die von unten beginnt zu scheinen und dem naechtlichen Sternenhimmel, der unbeschreiblich klar ist. Auch die vielen Tiere sind mir ans Herz gewachsen und nicht mehr wegzudenken fuer mich. Ich durfte sogar schon helfen die cattle mit dem Pferd einzutreiben – natuerlich zusammen mit der Familie. Da kommen schon Cowgirl Gefuehle auf! High School is fun! An meiner High School kenne ich mittlerweile jeden, da wir ca. 60 Schueler von Klasse 9 bis 12 sind. Jede Schulstunde bin ich mit anderen Schuelern zusammen und zwei Mal am Tag werde ich per Fernseher unterrichtet, da meine Schule nicht genug Lehrer hat um spezielle Faecher wie Psychology, Advanced Maths, German, Spanish, etc. anzubieten. Dieser sogenannte ITV Unterricht besteht aus einem Netzwerk ueber ganz North Dakota, sodass ich in Psychology mit Schuelern von drei verschiedenen Schulen zusammen bin. Schule hier macht richtig Spass, denn ALLE Lehrer, die ich in den verschiedenen Faechern habe, sind sehr nett. Im Unterricht waren wir bis jetzt sehr praktisch und gingen beispielsweise nach draussen und identifizierten Pflanzen in Agriculture Education, bauten ein Gartenhaus und Regale in Agriculture Mechanics, raetselten ueber verschiedene Quizze in Advanced Maths, guckten viele interessante Filme in American History, diskutierten ueber Psychology, sangen im Chor schoene Lieder und lernten viele neue Vokabeln und Gramatik im Englischunterricht. Die Teste bestehen hauptsaechlich aus Multiple Choice Questions und sind eher lustig als schwer. Nach sieben Schulstunden und der 30-minuetigen Lunch breake eingeschlossen, habe ich seit einem Monat zwei bis drei Stunden Basketball training. Dies ist sehr herrausfordernd, da alle anderen Teammitglieder wesentlich laengere und bessere Erfahrungen haben und ich somit vieles versuchen muss aufzuholen. Trotzdem haben wir viel Spass zusammen und ich bleibe koerperlich fit. Im Allgemeinen wird Sport hier sehr gross geschrieben und diejenigen, die nicht in einem Sportteam sind, kommen zu den Tunieren und feuern uns an und zeigen den beruehmten School Spirit. In den ersten zwei Monaten gingen wir oft als ganze Familie zu Adams Football games und unterstuetzen ihn. Was fuer uns Deutsche Fussball ist, ist fuer die Amerikaner Football. Es sind zwei total unterschiedliche Sportarten, aber wir Deutschen lieben den Fussball auf die selbe Weise, wie die Amerikaner ihren Football. Auch fuer die Schueler, die nicht so gerne Sport treiben und natuerlich auch fuer die Sportler gibt es Clubs. Ich hatte bis jetzt besonders viel Spass mit dem FFA („Future Farmers of America“) Club. Zusammen mit einer Freundin praesentierte ich einmal vor 300 andern Schuelern, wie ein Blumengesteck zusammentgestellt werden muss und in den naechsten Monaten werde ich einiges ueber Getreide und Fleisch lernen. Das ist sehr interessant, besonders weil es eng mit meinem Ranch life zusammenhaengt. Mit dem FFA club fuhren wir ausserdem auch nach Indianapolis, Indiana, zur National Convention. Dies ist ein riesen Event zu dem alle FFA Chapter aus den USA kommen und gegeneinander antreten. So lernte ich einige Jugendliche aus anderen Staaten wie zum Beispiel Arizona kennen und sah einige Sehenswuerdigkeiten in Indianapolis. English is not easy Anfaenglich war es nicht so einfach fuer mich das Englische zu verstehen, da meine Amerikaner sehr schnell sprachen und fuer mein Verstaendnis viel zu undeutlich. Doch Woche fuer Woche klappte es besser und jetzt kann ich sagen, dass ich das meiste verstehe. Trotzdem war es manchmal ziemlich hart, da schnell Missverstaendnisse auftraten und wir oft erst spaeter herausfanden, dass es Missverstaendnisse waren. Manchmal konnten wir auch einfach drueber lachen. Zum Beispiel meinte Jodie einmal zu mir: „I really don’t like germs!“ und ich verstand: „I really don’t like Germans!“ Worauf ich sie dann verwirrt fragte, warum sie denn keine Deutschen mag und wir dann einfach drueber lachten, weil ich sie missverstanden hatte. God and America Insbesondere bewundere ich die Religioesitaet der Amerikaner. Es ist normal, dass die meisten Familien mehrmals woechentlich zur Kirche gehen und sich dort engagieren und dass Gebete an oeffentlichen Versammlungen gesprochen werden. Jeden Morgen spricht die ganze Schule die „Pledge of Allegiance“, in der jeder Amerikaner Loyalitaet zu Amerika, der „Nation under God“, gelobt. My personal experience Fuer mich persoenlich habe ich jetzt schon sehr viel mitgenommen und ich fuehle, dass ich mich in den letzten vier Monaten sehr veraendert habe. Hier kommen Gedanken in mir hoch, die ich nie vorher gehabt habe. Manchmal erinnere ich mich an Situationen in denen ich ein Kind war oder an Gefuehle, die ich in bestimmten Stellen in meinem bisherigen Leben gefuehlt habe. Solche Momente bringen mich zum Nachdenken und bereichern mich. Ebenso lerne ich viel ueber mich selber – beispielsweise wie ich in Situationen unter bestimmten Umstaenden wie grosse Freude oder Heimweh reagiere. Die amerikanische Kultur ist total unterschiedlich zur Deutschen und ich finde hier kaum Gleichheiten oder Aehnlichkeiten. Die Menschen in dieser Kultur reagieren unterschiedlich und haben andere Werte und Ideale. Da ist es wichtig, die Unterschiede stehen zu lassen und wertzuschaetzen als amerikanische Kultur, obwohl ich anderer Meinung bin. “Wie geht’s?” Was sehr typisch fuer die Amerikaner ist, dass sie ihre urspruengliche Herkunft sehr wertschaetzen. Jeder weiss welcher Nationalitaet seine Vorfahren angehoerten. Hier in North Dakota finden sich besonders viele Menschen mit deutschen Vorfahren wieder und die aeltere Gerneration spricht sogar ein schwaebisches Deutsch. So werde ich oft auf deutsch mit „Wie geht’s?“ angesprochen und bekomme ein breites Grinsen entgegengestrahlt. Mein Englischlehrer spricht fliessend Deutsch und ist der Leiter eines Clubs namens „Germans from Russia“. Er lud eine franzoesische Gastschuelerin und mich zur Weihnachtsfeier dieses Clubs ein. Ich las fuer sie die Weihnachtsgeschichte auf deutsch vor und erzaehlte ein bisschen ueber die deutsche Weihnachtstradition. Es war fuer mich eine interessante Erfahrung, dass es hier Amerikaner gibt, die sehr stolz auf ihre deutschen Wurzeln sind und mir machte es Spass mit ihnen auf Deutsch Weihnachten zu feiern, obwohl ich ja eigentlich in Amerika bin. Family and Friends Trotz netter Gastfamilie und lieben Freunden an der Schule fuehle ich mich manchmal alleine und vermisse meine Familie und Freunde in Deutschland. Aber ich denke, dies ist eine Erfahrung, die jeder Austauschschueler macht. Es ist naemlich eine Herrausforderung in die Angewohnheiten und Beziehungen einer anderen Familie hereinzufinden und ebenso sind die Freunschaften anders. Mir wurde nach einiger Zeit klar, dass hier jeder offen und freundlich ist und somit ein Freund, doch diese Art von Freundschaft ist nicht die selbe wie meine Freundschaften in Deutschland, wodurch ich diese zu schaetzen lerne. Ebenso lerne ich meine Gastfamilie mit ihren guten Angewohnheiten wertzuschaetzen und die meiner Familie in Deutschland. Only five months... Gespannt blicke ich meinen letzten fuenf Monaten entgegen und hoffe noch viel zu sehen, zu erfahren und zu lernen. Ein grosser Wunsch ist fuer mich, dass zwischen meiner Gastfamilie und mir eine lebenslange Beziehung entsteht und wir durch Hoehen und Tiefen enger und enger zusammenwachsen. Ariane Brück (17 Jahre) in Hebron, North Dakota (USA) |















